RSAB - Verhinderung von Wasser- und Eisplattenbildung auf Planendächern

Schlachtrufe und Bockwurst

Artikel aus der Neuen Westfälischen vom 17.08.2009. Text und Foto: Andreas Götte


KidsClub_Jubel Paderborn. Hanna Bosawe ist zum ersten Mal in der Energieteam-Arena. Genauer gesagt steht die Siebenjährige noch mit ihrem Vater Dirk vor dem Eingang zu Block B – dem Block für den Kids-Club des heimischen Zweitligisten SC Paderborn 07. Gerade lässt sie sich von Betreuerin Marita Jungeilges-Hils einen Button mit ihrem Namen anstecken.

So können sich die Kinder und die acht Betreuerinnen gegenseitig besser kennenlernen. Dirk Bosawe wird sich gleich Richtung Block Q verabschieden, um das Spiel gegen den Karlsruher SC anzuschauen. Das Angebot findet er prima. „Meine Tochter wollte immer schon mal mit, doch auf einem Stehplatz ist das immer schwierig“, sagt der 37-Jährige Paderborner. Immer mehr Mütter und Väter geben ihre Kinder am Kids-Club-Treffpunkt ab. Die Paderbornerin Bettina Lücking schickt gleich ihren Sohn Pascal auf die Reise. Sie muss noch arbeiten. „Gerade für Berufstätige ist die Idee mit der Betreuung eine schöne Sache“, meint sie.


Kids_Reussner Ein etwas komisches Gefühl, mal ein Spiel ohne die Kinder anzugucken, hat Daniela Bray-shaw, denn auch Tochter Lillian und Sohn Anthony sind Mitglied im Kids-Club. Ich werde sicher am Anfang öfter zum Block der Kinder herüberschauen“, sagt die 30-Jährige.

Vorbei am freundlichen Ordner geht es für insgesamt 50 junge SCP-Fans im Alter von fünf bis 14 Jahren ins Stadion und dann weiter die Treppe rauf bis zu ihrem Block. Dann macht sich die Truppe erstmal lautstark bemerkbar. Schließlich feiert sie ihre Premiere in der Energieteam-Arena – und alle sollen es sehen und hören. Teamchefin Sabine Reußner gibt vor dem Block den Einpeitscher. Die vorher eingeübten Schlachtrufe werden angestimmt. „Die richtigen Texte habe ich mir vorher rausgesucht“, verrät die Erzieherin aus Anreppen. Schließlich wolle man heute so richtig warmlaufen. An der Hand der drei Schiedsrichter laufen Leonie, Volker und Luca zusammen mit den Spielern ins Stadion ein. Die Drei waren die ersten am Treffpunkt.

Durch zwei relativ schnelle Tore für den SCP ist das Anfeuern gar nicht so notwendig. Gejubelt wird natürlich. Arme werden hochgerissen, Schals hoch über den Kopf gehalten und laut gejubelt und geklatscht.

Und dann gibt es was zu essen und zu trinken. Anfeuern macht hungrig und durstig. Die Betreuerinnen und der einzige Betreuer Peter Pielok, der später gerne Sozialwesen studieren möchte, kommen ein bisschen ins Schwitzen zwischen Schälchen, Bechern und Ketchup-Flaschen. Bockwürste, Apfelschorle und Wasser sind heiß begehrt – der anschließende Toilettengang mitunter auch.

Weniger gut kommt der Service während des Spiels bei einigen Zuschauern im Block an. Sie beschweren sich, weil sie vom Spiel nicht mehr viel sehen können. Den Kindern ist das egal. Sie haben weiterhin ihren Spaß. Niklas Struck sitzt mit drei Freunden auf der Tribüne. „Ich kann hier andere Kinder kennenlernen und es sind auch viele Betreuerinnen da“, sagt der zehnjährige SCP-Fan. Seinem Sitznachbarn Lucas Zsamolski macht vor allem das Zusammensingen richtig viel Spaß.

Spaß haben auch die Betreuerinnen, die für ihren Einsatz eine kleine Aufwandsentschädigung bekommen. „Das war überhaupt nicht stressig und ist mal etwas anderes zum normalen Berufsalltag“, meint Erzieherin Kristin Edwards aus Elsen. Und auch Teamchefin Sabine Reußner zieht ein positives Fazit. Kinder zu unterhalten sei einfach schön. Für das erste Mal habe alles gut geklappt, sagt die Leiterin des Kindergartens in Anreppen. „Einige Kinder haben verabredet, nächstes Mal auch Trommeln mitzubringen“, sagt sie.

Projektleiter Benjamin Bruns verspricht, dass die Kinder ihren Block demnächst komplett für sich haben werden. Mit Beginn des Unterrichts werden sich noch wesentlich mehr Kinder für den Kids-Club interessieren, ist er sich sicher.